MiLC Deutsche

Student Profile

Name:Stefanie Hertefelder
Nationality:German
Course:English for Personal Development (Intensive) Upper-Intermediate - Advanced
Dates:January - April 2009

ZEUGNIS STEFANIE HERTFELDER (English)

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Was, Du willst nach Schottland, um Dein Englisch zu verbessern? Was, auf die Outer Hebrides, nicht nur an den Rand Grossbritanniens, sondern gleich an den Rand Europas? Warum gehst Du nicht nach London oder Südengland, um einen Sprachaufenthalt zu machen?“ Mit diesen Fragen wurde ich nach meiner Entscheidung, drei Monate in Stornoway, auf den Outer Hebrides, zu verbringen, um dort vorrangig meine Englischkenntnisse zu verbessern, oft konfrontiert. Nunmehr beinahe am Ende meines Sprachabenteuers hier angekommen, kann ich dazu nur sagen: eine der besten Entscheidungen in meinem Leben, die ich getroffen habe!

Ich hätte mir keinen besseren Ort und keine bessere Einrichtung als das MiLC vorstellen können, um mehr als intensiv in die englische Sprache einzutauchen. Stornoway ist nicht mit tausenden anderen Fremdsprachen-Schülern überfüllt. Hier gab es nicht einen einzigen Tag die Möglichkeit dem Englischen "zu entkommen" und dass nur die Engländer richtig Englisch sprechen können, hielt ich bereits vor meiner Abreise für ein Gerücht. Und es ist ein Gerücht. Natürlich sprechen die Menschen hier einen schottischen Akzent, aber sprechen wir in Deutschland nicht auch die verschiedensten Dialekte? Demnach dürfte also nach Süddeutschland niemals ein fremdsprachiger Deutschschüler kommen, um die deutsche Sprache zu erlernen... und ganz nebenbei hatte ich hier die Chance eine sehr alte und besondere Sprache kennen zu lernen: Gälisch.

Und das Leben am Rande Europas auf einer Insel“ hat in vielerlei Hinsicht etwas für sich. Zum einen sind die Menschen hier sehr warmherzig und bieten einem ganz egal wo man hinkommt einen mehr als offenherzigen Empfang. In meiner ganzen Zeit bin ich niemand unfreundlichem begegnet, ganz im Gegenteil. Mit grossem Interesse für mich, meine Herkunft und Deutschland bzw. meinem derzeitigen Wohnort, der Schweiz, bin ich sogar in eine der örtlichen Grundschulen eingeladen worden, um den Kindern dort von mir, Deutschland und der Schweiz zu berichten.

Eine weitere Besonderheit: für einen „cup of tea“ ist hier immer Zeit! Das heisst nicht, dass die Menschen hier keinen Stress haben, aber ich habe den Eindruck, dass hier die Uhren anders ticken als zuhause, gerade weil man weit weg von allem lebt und die Prioritäten, nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass man auf einer Insel lebt, im Leben anders sind. Eine ganz besondere Erfahrung für eine normalerweise viel beschäftigte Zentraleuropäerin wie mich war der Christian Sabbath am Sonntag. Er garantiert in jedem Fall einen Tag "Auszeit" pro Woche und macht die Lebenserfahrung hier auf der Insel wirklich unique.

Sportzentrum, Kino, Kunst- und Kulturzentrum, Einkaufsmöglichkeiten, nette Cafes, Restaurants und Pubs zeichnen Stornoway als Zentrum der Outer Hebrides aus. Dennoch kann man sich hier völlig frei und ohne Angst auch mitten in der Nacht bewegen. Unsicher oder in Gefahr habe ich mich hier nie gefühlt. Meine Unterkunft, das Bayhead Bridge Centre, liegt als Studentenwohnheim am Rande der Castle Grounds und damit nur wenige Gehminuten von den Räumlichkeiten des MiLC sowie des Lewis Castle College entfernt. Mein Zimmer hatte eine sehr nette Fensterecke, direkt mit Blick in die Castle Grounds sowie mit Blick auf den Hafen. Ein mehr als bequemer Lounge-Armchair machten diese Ecke besonders gemütlich. Weiterhin hatte mein Zimmer ein kleines eigenes Bad sowie alles was man zum studieren so braucht. Die Küchen, die man sich mit den anderen Bewohnern teilt, sind mehr als geräumig und sehr gut ausgestattet. Die Seele des Bridge Centre bilden Marion und Mike, denen ich an dieser Stelle für meine warmherzige Begrüssung und ihr immer offenes Ohr danken möchte. Sie machen einen fantastischen Job!

Tagsüber konzentrierte ich mich in meiner Englischklasse auf das Studium der englischen Sprache mit Hilfe eines sehr guten Buches und verschiedensten Sprachaktivitäten am Nachmittag. Gordon war als Lehrer immer sehr gut vorbereitet, für Fragen, Kritik und Anregungen stets offen und legte grossen Wert auf das freie Sprechen. So waren die Stunden mit ihm nie langweilig! Er betonte dabei immer, dass er nur ein "Sprach-Skelett" vermitteln kann, welches man nur durch weiteres Training mit anderen englischen Muttersprachlern zum Leben erwecken kann. Auch dies ist in Stornoway kein Problem.

Neben meinem Englischkurs habe ich auf eigene Faust die Inseln erkundet, bin gemeinsam mit dem Hebridean Walking Club beinahe jeden Sonntag für mehrere Stunden auf Tour gegangen (entweder in den Bergen von Harris oder entlang der Küste von Lewis), habe einen Gälisch-Kurs am College belegt, an einem Nähworkshop teilgenommen (besitze nun einen selbst genähten Rock aus Harris Tweed), zahlreiche Abende im Kino, Theater oder Konzert verbracht und nicht zuletzt habe ich die Menschen dort getroffen, wo sie hier verwurzelt sind: in der Kirche. Ein Gottesdienst in der Martin‘s Memorial Church ist in jedem Fall ein Erlebnis! Und dies sind nur einige der Möglichkeiten, um sich hier zu integrieren...

Mein Urteil lautet daher: Stronoway und das MiLC sind ABSOLUT EMPFEHLENSWERT! Wer einen ruhigen und dennoch nicht langweiligen Ort sucht, um Englisch zu lernen, die keltische Kultur kennenlernen und mit der hier lebenden Bevölkerung in engeren Kontakt treten und neue Freunde finden möchte, ist hier in Stronoway an einem idealen Ort. Wer seit langem von einer "Reise zum Ich" träumt und sein Inneres wieder einmal zur Ruhe kommen lassen und aufräumen möchte, ist hier auf den Outer Hebrides genau richtig! Die Monate hier werden für mich unvergesslich bleiben vor allem auch dank der aussergewöhnlichen Menschen, denen ich hier begegnen und die ich hier kennen lernen durfte!

So bliebt mir nur: Thanks a lot for the great and memorable experience!

Stefanie